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Krafttraining - eine verlässliche Altersvorsorge


   
   
  Krafttraining – eine verlässliche Altersvorsorge Gezieltes, vielfältiges Krafttraining schützt vor Stürzen, Osteoporose und Arthrosen. Es gewinnt bei der Bekämpfung von Übergewicht und Altersdiabetes immer größere Bedeutung, meint der Mediziner und Sportwissenschafter Prof. Dr. Dr. Jürgen Weineck. Gezieltes Krafttraining ist neben Ausdauertraining ein bedeutender Bestandteil eines effizienten Gesundheitstrainings.


Die Muskulatur macht je nach Geschlecht bei Normalpersonen 35 bis 45% des Gesamtkörpergewichtes aus. Dr. Weineck, der u.a. durch seine Publikationen wie „Optimales Training“ oder „Sportbiologie“ große Bekanntheit erlangt hat, weist darauf hin, dass eine gut entwickelte Muskulatur nicht nur entscheidend für die Stabilität des gesamten Bewegungsapparates ist, sie stellt auch ein wichtiges Stoffwechselorgan des Menschen dar. Die Muskulatur hat großen Einfluss auf den Energieverbrauch und wird bei der Bekämpfung von Übergewicht/Adipositas mehr und mehr berücksichtigt. Auch hinsichtlich der Vorbeugung von Altersdiabetes, gewinnt Muskelaufbau durch Krafttraining immer größere Bedeutung. Schließlich sind Muskeln in hohem Maße stoffwechsel-aktiv. Beim Training wird schon während des Übens zusätzliche Energie verbrannt und ein gut entwickelter Muskel hat auch in Ruhe einen höheren Stoffwechsel.

Muskelaufbautraining mit dem Theraband und dem Gymstick

Für das Training reicht der Einsatz einfacher Trainingsgeräte wie des Therabandes oder des Gymsticks. Mit diesen kann die Belastung gut dosiert werden. Je nach Trainingsniveau und durchgeführter Übung wird der Widerstand durch die Stärke des Bandes und die gewählte Vorspannung angepasst. 8-12 Wiederholungen bei Trainierten und 10-15 Wiederholungen bei Älteren und Untrainierten, so dass die letzten Wiederholung schon anstrengend sind, werden im Sinne eines Muskelaufbautrainings empfohlen.

Training der FT-Fasern zur Sturzprophylaxe

Spezielles Augenmerk legt Dr. Weineck auf die Bedeutung der schnell zuckenden Muskelfasern, denn diese werden im Training häufig vernachlässigt. FT-Fasern (fast twitch) werden im Alltag so gut wie nicht eingesetzt und demnach auch nicht trainiert. Sie sind jedoch entscheidend für die Sturzprophylaxe. Kommt es zum Sturz, müssen die Muskeln blitzschnell reagieren, um den Körper abfangen zu können. Beim Sturz wirken Kräfte, die um ein Vielfaches höher sind als das eigene Körpergewicht. Nur auf Reaktionsgeschwindigkeit und Explosivkraft trainierte Muskeln sind dazu in der Lage, den Körper in diesen Ausnahmesituation aufzufangen und schwerwiegende Verletzungen zu verhindern. Für das Training empfiehlt Dr. Weineck täglich mindestens einmal einige Sekunden so schnell wie möglich mit den Händen abwechselnd rechts und links auf die Oberschenkeln zu klopfen und auch mit den Füßen im Sitzen auf den Boden zu tappen. Auch folgende Übung verbessert die Explosivkraft der Arme, die bei Stürzen benötigt wird: Stellen Sie sich in einiger Entfernung (je nach Kraftniveau) vor eine Wand, lassen Sie sich gegen diese fallen, um sich mit den Händen abzufangen und stoßen Sie sich so schnell wie möglich wieder ab, um in den Stand zurückzukehren.

Kraftgewinn durch Koordinationsverbesserung

Das Training auf labilen Unterflächen, wie z.B. einem Therapiekreisel oder dem Stabilitätstrainer von Thera-Band und mit Gymnastikbällen (Sitzbällen) beim Training führt dazu, dass Muskelfasern zum Einsatz kommen, die sonst nicht aktiviert werden. Die Folge ist eine deutliche Zunahme der Kraft, ohne dass deshalb die Muskelbäuche wachsen. Man spricht dabei von der Verbesserung der intramuskulären Koordination. Es ist leicht vorstellbar, dass eine höhere Anzahl aktivierter Muskelfasern im entscheidenden Moment auch eine höhere Kraftentwicklung schaffen.

Erhöhung der Knochendichte durch Sprünge

Dr. Weineck weist darauf hin, dass keine andere Maßnahme zur Vorbeugung von Osteoporose so viel leisten kann, wie Sport. Gerade bei Frauen, vor allem nach der Menopause, kommt es in hohem Maße zum Verlust der Knochendichte. Dr. Weineck leitet Forschungsgruppen, bei denen Personen bis ins hohe Alter Krafttraining betreiben. Ein wesentliches Element in diesen Trainingsgruppen sind Bewegungen mit hohen Belastungsspitzen, wie zum Beispiel Sprünge. Denn der Knochenaufbau korreliert mit der Höhe der Kraftreize, die auf Knochen einwirken. Methodisch gut aufgebaut sind vielfältige, richtig dosierte Sprungvarianten, wie Seit-, Vorwärts-, Rückwärtssprünge oder auch Federn am Platz wesentliche Bestandteile eines Osteoporosetrainings. Beim Krafttraining wirken zum Teil hohe Kräfte auf den Körper. Die richtige Übungsausführung, also die optimale Körperhaltung und Gelenkstellung sowie die richtige Dosierung der Übungen sollten deshalb unbedingt berücksichtigt werden. Gerade beim Erlernen sollte auf die Unterstützung von ausgebildeten Trainern und Sportwissenschaftern nicht verzichtete werden.

Informationen: Mag.a. Angela Wittmann, www.simplyfit.at
   
   













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